
Die obige Lithografiepostkarte zeigt neben dem Denkmal zum Stadtjubiläum im Schulenberger Wald und der Kaiser-Wilhelm-Büste vor dem Kreishaus auch die beiden Kriegerdenkmäler auf dem Kirchplatz.
Eine weitere Ansichtskarte, die 1905 versendet wurde, zeigt die beiden Denkmäler in zeitgenössisch kolorierten Fotografien.


(1) Hattingia-Denkmal


Das Denkmal der Hattingia kann auch heute noch auf dem Kirchplatz bewundert werden und teilt damit das glückliche Schicksal vieler historischer Germania-Denkmäler. Einer anmutigen Frauenfigur rückte man offenbar weit weniger entschlossen zu Leibe als den Standbildern alter Kaiser. Zudem dürfte die Ausführung in Carrara-Marmor das Denkmal wirksam vor einer möglichen Einschmelzung im Zuge der Metallsammlungen des Ersten oder Zweiten Weltkriegs bewahrt haben.



(2) Kriegerdenkmal 1864-1866


Erst 1969 wurde das zweite Denkmal auf dem Kirchplatz, das an die Gefallenen von Königgrätz erinnerte, entfernt. Wir danken Lars Friedrich, Vorsitzender des Heimatvereins Hattingen/Ruhr e.V., für den freundlichen Hinweis. Das umliegende Blumenbeet, dessen ursprüngliche Gestaltung im heutigen Gehweg noch deutlich erkennbar ist, wurde sogar erst in den 1980er Jahren beseitigt.
Die Entfernung des zweiten Denkmals ist umso bedauerlicher, als mit dem Verlust seines ursprünglichen Standorts auch die städtebauliche Intention und der räumliche Zusammenhang beider Denkmäler unwiederbringlich verloren gingen. Beide Anlagen bildeten einst ein klar erkennbares Ensemble und standen durch eine Sichtachse in harmonischer Beziehung zueinander.

Etwas zurückhaltend informiert die nahegelegene Infotafel lediglich über das noch erhaltene Denkmal. Ein Hinweis auf den Denkmalssturz in den 1960er Jahren fehlt hingegen.
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