Vom alten Bahnhof in Hattingen führt eine schnurgerade Straße aus der Gründerzeit in Richtung der heutigen Innenstadt – vorbei am ehemaligen Kreis- bzw. Ständehaus. Bereits am 20. Oktober 1889 wurde dort die Büste Kaiser Wilhelms I. aufgestellt, geschaffen nach einem Entwurf des Berliner Bildhauers Heinrich Walger.
Die Büste ist heute ebenso verschwunden wie die preußischen Herrschaftssymbole am Turm des Kreishauses – ihr Verbleib ist unbekannt.1 Das Gebäude rechts neben dem Kreishaus hat zwar Teile seines Fassadenschmucks eingebüßt, beherbergt jedoch auch heute noch einen Gastronomiebetrieb. Der ehemals von einer Mauer eingefasste Bereich des Denkmals wurde inzwischen zu Parkplätzen umgewandelt – ein Schicksal, das viele ehemalige Denkmalstandorte teilen.


Eine detaillierte Ansicht der Büste liefert Kuntzemüller (1902). Die Inschrift lautet:
„Wilhelm I./ Dem deutschen Kaiser/ Dem Begründer
des Deutschen Reiches/ Dem Vater des Vaterlandes/ der
dankbare Kreis Hattingen/ 30. Mai 1889“

Die kaiserliche Büste war ein beliebtes Motiv auf lithografierten Ansichtskarten. Die folgenden Abbildungen vermitteln einen Eindruck davon und zeigen zugleich, mit wie viel gestalterischer Freiheit und Fantasie die Zeichner der Karten im Vergleich zur tatsächlichen Vorlage vorgingen.




- Schwarz 2004 schreibt, dass das Denkmal am Standort erhalten sei. Der Sockel wurde in den 1980er oder 1990er Jahren abgetragen. Weitere Infos liegen derzeit nicht vor. ↩︎
Hinterlasse einen Kommentar